LernTeam · Briefing

DS Puerto Montt (Chile)

JuHe Marburg · 05.–09. Januar 2026

Team- & Programmübersicht · Stand:

Überblick

  • Kontext: 7-wöchiger Aufenthalt der 10.-Klässer*innen (15–16 Jahre) in deutschen Gastfamilien mit Schulbesuch
  • Anzahl der SuS: 35 (aus FFM) + 2 SuS kommen direkt nach Marburg.
    • 20 W 17 M
  • Team: 2 Lehrerinnen (Fabiola, Francisca), 1 Reiseleiterin (Sina), Freunde der Reisegruppe (Hanna, Leni, Luna, Jan), Trainerteam: Malin (Teamo, N), Chris (T), Vincent (N), Nora (N), Maren (T)
  • Unterkunft: Jugendherberge Marburg
  • Beginn Camp: Abholen der Gruppe 15 Uhr, Flughafen FFM, Ankunft der Gruppe in der JuHe 05.01. ca. 19:00 Uhr
  • Beginn Vorbereitung: 12 Uhr JuHe Marburg, Vorabbriefing bei Bedarf

Zielsetzung

  • Deutsch aktiv & selbstbewusst sprechen (Hauptkompetenz: mündlicher Sprachgebrauch)
  • Gesunde Fehlerkultur entwickeln (Fehler = Helfer)
  • Mut sammeln, Ermutigung erfahren für die kommenden 7 Wochen in den Gastschulen
  • So viele natürliche Sprachanlässe pro Person wie möglich – viele SuS müssen von euch „geschubst“ werden, sich zu trauen
!!!! Bitte ausschließlich Deutsch sprechen – lasst euch niemals zu Englisch verleiten !!!!


Und in eigener Sache: Hanna + Jan kennen viele SuS aus Unterricht bzw. LernTeam-Feriencamp in Chile 2022.
Wir sind aus Lust und Laune anwesend, NICHT zur Kontrolle!
In der Unternehmensnachfolge ist die DS Puerto Montt für mich ein extrem wichtiger Kunde – ich möchte und muss sie fürs nächste Jahr wieder gewinnen.
Mittelfristig möchte ich ein LernTeam-Camp in Lateinamerika aufbauen.

Ablauf (Kurzfassung, Stand 29.12., Erweiterung folgt)

05.01. Anreise
  • 12 Uhr Treffpunkt an JuHe
  • 12:46 Abfahrt Abholteam (min. 3 Personen) nach FFM (wenn LT-Bus verfügbar, damit)
  • 14:00 Landet das Flugzeug
  • 15:00 Treffen am Flughafen, Gepäck verladen
  • 15:30 Weiterfahrt mit Zug nach Marburg
  • Zw. 17:00 und 19:00 Ankunft in JuHe, Abendessen
  • 19:00 Ankunft der Direkt-Anreisenden am Hbf – bitte mit Berlingo abholen
  • Abend: wenn alle fit: Begrüßungsrunde, Regeln, Ankommen, Spiele, kurzer Spaziergang, früh schlafen
06.–08.01. Programm
  • Vormittags: ab 9 Uhr* Deutsch-Intensiv (Jan bereitet das vor – du individualisierst & supportest)
    • 9–10 Uhr Briefing (Worum geht es heute, was brauchst du dafür)
    • 10–12:30 Challenges starten
    • Am Dienstag Ausschlafen bis 10 Uhr
  • Nachmittags: Stadt Marburg & Ausflug Frankfurt, Uni-Besichtigung, Wandern (Budget: 500 €)
  • Abends: 19–20:30 Seminarfach „Interkultur“ (3×90 Min):
    1) Bisherige Erlebnisse/Erwartungen 2) Stolperfallen 3) Vorsätze.
    (Jan bereitet Ablaufpläne vor, Besprechung am Montagabend)20:30–max. 22:00 Brettspiele & Redeanlässe / Interkulturelle Abende
  • + eure Ideen
09.01. Abreise
  • Abfahrten ab Marburg Hbf
  • 09:00 Gepäckshuttle zum Bahnhof, dann Material ins Büro
  • Begleitung bis FFM (Abfahrt 11:30) und Brilon Wald (Abfahrt 10:30 – gesucht)

Sonstige Besonderheiten

Zimmerwünsche
Nicht bekannt. Chris und Vincent schreiben die Zimmerliste am Montag.
Essen und Trinken
Keine Besonderheiten bekannt. Bitte bei Mahlzeiten kultursensibel bleiben. Pizzaabend nur in Absprache mit JuHe und transparent für alle.
Medizinisches
Bisher nicht bekannt – Jan wartet auf Updates.
Handyregelung
Erstmal wie gewohnt – bitte mit Charme & Humor durchsetzen. Flexibel bleiben. Regeln am Montag ankündigen, greifen ab Dienstag. 1×/Tag Kontakt zu Eltern ermöglichen (Zeitverschiebung beachten).
Unsere Pädagogik
Wir sind ermutigend, bestärken, nutzen Fehler als Lernchance. Locker & auf Augenhöhe – aber klar in Grenzen.
Bei Stadtausflügen präsenter/enger begleiten (3er-Gruppen „unkontrolliert“ alleine geht nicht). Schule erwartet auch Kontrolle & Sicherheit.
Unterricht (Niveaustreuung)
Das Niveau streut extrem. Manche fast ohne Deutschfähigkeiten, andere fließend. Starke SuS gezielt als Unterstützung/Partner einsetzen.
Alkohol und Drogen
Striktes Verbot für alle (seitens Schule).
Viele Kids haben privat Kontakt dazu; im letzten Jahr gab es einen Alkoholvorfall – das darf dieses Jahr auf keinen Fall passieren.
Politisches

Möglicherweise vereinzelt verfassungswidriges Verhalten (Hitlergruß, Hakenkreuz). Bitte ohne Verzögerung an Jan melden:
präsent sein, konsequent Nein sagen, nicht abstempeln.

Bitte nicht in politische Debatten/Überzeugungsprojekte verstricken. Keine „Message-Shirts“ im Dienst.
Viele der Chilen*innen sind konservativer/nationaler als gewohnt (Uniformpflicht etc.).

Logistisches

  • Treffpunkt am 05.01. um 12 Uhr an der JuHe
  • Berlingo steht zur Verfügung
  • Chris bringt uns zum Bahnhof
  • Ca. 19 Uhr kommen 2 weitere Schülerinnen am Hbf an – bitte abholen
  • Jan ist in Kontakt mit allen Eltern und den Zusatzschülerinnen
  • Alle SuS haben ein Deutschlandticket
  • Freitag: Berlingo wieder zum Büro, auspacken, Schlüssel bei Alex lassen

Unterricht

Vorweg:

  • Wir haben 2 Fächer: “Deutsch Intensiv” (Vormittags, 3h) und “Interkultur” (Abends. 1,5 h)
  • Deutsch Intensiv besteht immer aus 30 Minuten Vorbesprechung, 2 Stunden “City Challenge” und 30 min Reflexion
  • Interkultur ist Seminarunterricht
  • Die DS Puerto Montt ist eine IB-Schule. Die Unterrichtsplanung ist dort recht komplex und konzeptionell. Ich habe der Schule für unsere beiden Fächer “Deutsch Intensiv” und  “InterKultur” je ein IB-Unterrichtskonzept verfasst.  Wer fürs eigene Learning daran interessiert ist,  schaue hier  und hier.  (Einfach Text kopieren und übersetzen lassen. Daraus habe ich mit ChatGPT eine Zusammenfassung erstellt (Wie gesagt: es ist keine Zauberei, sondern zeigt: Ihr macht einfach alles wie immer…)
  • Ihr seid 5 Trainer*innen mit je 7/ 8 SuS
1. Grundhaltung

👉 Verstanden werden ist wichtiger als korrekt sein.
Unterricht ist kommunikatives Handeln, kein Grammatikunterricht.
Fehler sind erlaubt – Sprechmut ist das Ziel.

2. Zentrales Lernziel

Schüler:innen sollen:

  • Alltagssituationen selbstständig meistern
  • mit einfachen Mitteln in Kontakt treten
  • interkulturell sicher werden
  • wir fördern räumliche Orientierung, soziale Orientierung, zeitliche Orientierung, emotionale Orientierung, kulturelle Orientierung, alltagssprachliche Handlungskompetenz, spontane Kommunikation
3. Rolle der Trainer:innen

Ihr seid:

  • Sprachvorbild
  • Gesprächsanlassgeber (Spiele, Smalltag, Interesse, Stadtführer) 
  • Coach
  • Sicherheitsnetz
  • SEID EINFACH IHR, zeigt ein bisschen was von euch, Ihr seid die besten, die ich mir in der Woche hätte vorstellen können !

Es gilt:  Vormachen > Erklären;   Ermutigen > Korrigieren

4. Worauf besonders achten

Kommunikation vor Korrektheit

  • Nur korrigieren, wenn Verständnis leidet
  • Ein Ratschlag ist immer ein Schlag!
  • Reformulieren statt verbessern (!!!!!!!!!!!!!!!!) z.B. SuS: “Es heute gibt Spaghetti con Tomatasouce”  Du: “Ja, heute gibt es Spaghetti mit Tomatensauce”

Redemittel priorisieren

  • feste Satzbausteine
  • Höflichkeit (bitte, danke, Entschuldigung)
  • Rettungssätze:
    • Ich habe das nicht verstanden.
    • Können Sie das bitte wiederholen?
    • kannst Du langsamer sprechen?

Sprechmut stärken

  • kleine Gruppen / Partnerarbeit
  • niemand bloßstellen
  • Erfolge sichtbar machen

City Challenges = Kern des Lernens

  • reale Aufgaben, echte Gespräche
  • Trainer begleiten beobachtend
  • Hilfe nur bei Blockade

Nachbereitung immer!

  • Was hat funktioniert?
  • Was war schwierig?
  • Neue Wörter sichern
6. Didaktische Leitlinien
  • Sprache immer in natürlicher Handlung
  • kurze Inputs, viel Sprechen
  • reale Materialien (Menüs, Pläne, Stadt)
7. Goldene Regeln

✔ Kommunikation > Grammatik
✔ Sicherheit > Tempo
✔ Vormachen > Erklären
✔ Realität > Übung
✔ Ermutigen > Korrigieren